1986
Der Coaching Staff – ebenfalls ein österreichweites Novum der Lions – mit Raymond Child, Gerry Vivero, Jeff Bossard, Doug Palmer und Kevin Kaufmann (der bereits im Herbst geholt wurde) arbeitete intensiv am Anschluss der Lions zu den Teams in Westösterreich. Mit Andre Kiwi wurde ein neuseeländischer Rugby Nationalspieler verpflichtet, der die Lions Verteidigung sicherer machen sollte. Des weiteren war mit Chris Shepard wieder ein US Quarterback in der Angriffsformation der Lions vertreten. Ein erster Leistungstest wurde unter winterlichen Bedingungen in Bozen ausgetragen, die Bozen Jets (Dritter der italienischen Liga, die damals schon im Halbprofitum geführt wurde) gewannen mit 80–6.Als die die Lions Juniors zum zweiten Spiel gegen die Klosterneuburg Mercenaries antraten, wurden sie vom Gegner bereits respektiert, dies allein war noch zu wenig: die Lions Juniors siegten auch hier mit 22–6. Im Finale, benannt als ASKÖ-Cup, wurden die Lions Nachwuchsspieler bereits gefürchtet, und dies zu Recht: in einem denkwürdigem Spiel besiegten die Lions Juniors (und somit zum dritten Mal hintereinander eine Kampfmannschaft) die Vienna Ramblocks 12–8 und gingen damit mit ihrem Trainer Alexander Narobe in die Geschichte des österreichischen Footballsports ein. Die Ankündigungsplakate und der ASKÖ-Pokal sind in unserer Geschäftsstelle zu besichtigen.
Für die Kampfmannschaft war es leider nicht so erfolgreich, auch Pech verfolgte die Lions. "Was hat Lybiens Revolutionsführer Gadafi mit den Lions zu tun?" Auf den ersten Blick natürlich nichts, aber auf den zweiten Blick schon sehr viel. Die politisch-kriegerische Kontroverse mit den USA bewirkte, dass alle in Europa stationierten US-Soldaten Ausgangsverbot hatten, und somit konnten die amerikanischen Spieler in den Reihen der Lions nicht für Salzburg spielen. Es wurde im ersten Spiel nach der Winterpause zwar noch ein hoher 62–0 Sieg gegen die Hallein Diggers geholt, doch die Lions verloren schon im zweiten Spiel in Linz gegen die Rhinos mit 6–22.
Eine zweite Schlagzeile 1986 war der Supergau in Tschernobyl. Auch hier wäre im Grunde keine Verbindung zum Salzburger Football zu finden, doch das Heimspiel im Mai an der Europastraße gegen die Innsbruck Eagles wurde deswegen nur unter Protest angepfiffen. Grund dafür war, dass das Gras so hoch war, dass man den Ball fast nicht mehr sah, da man nach dem Super-GAU vorerst nicht mähen durfte. Letztendlich siegten die Lions hier mit 28–19.
Auch im Frühling war mit nur zwei Siegen die Ausbeute der Lions leider zu wenig, und somit konnte das Playoff nicht erreicht werden. Im österreichischen Finale, ausgetragen im ASV-Stadion Salzburg Itzling, waren die Lions somit nur Zuseher, als die Graz Giants gegen die Vienna Vikings mit 31–12 siegten.
Die Salzburg Lions waren dafür als erster österreichischer Meister bereits zuvor für die Europameisterschaft qualifiziert, die im August in Amsterdam ausgespielt wurde. Hier waren alle amerikanischen Spieler wieder verfügbar, und mit einem 40 Mann starken Kader und vier Trainern ging es mit dem Zug nach Amsterdam. Teilnehmer waren die Ansbach Grizzlies (D), Birmingham Bulls (GB), Bologna Doves (I), Paris Jets (F), Taft Helsinki (SF), Lugano Seagulls (CH) und neben den Lions der Heimverein Amsterdam Rams. Gegen die Rams waren die Lions leider aber chancenlos und verloren mit 0–42.
Das darauf folgende Freundschaftsspiel am 30. August beim Staatsmeister Graz Giants, wo die Lions überraschend mit 17–13 gewannen, ließ wieder gute Vorzeichen für die nun beginnende Herbstrunde der nächsten Meisterschaft erahnen. Sechs Teams (Meister Graz Giants, Feldkirch Hawks, Linz Rhinos, Innsbruck Eagles, Vienna Ramblocks und die Lions) starteten in die neue Herbstmeisterschaft 1986, die mit einer Rückrunde 1987 beendet wurde. Der Vizemeister Vienna Vikings ging freiwillig in die zweite Liga, um sich zu reorganisieren. Die Lions waren im Herbst durchaus erfolgreich und beendeten hinter den Rambocks (die auch die Grazer schlugen) und den Giants als Dritter mit drei Siegen und zwei Niederlagen die Herbstsaison.
Peter Marazeck wurde im Herbst als Schriftführer in den Vorstand der Lions geholt. Mit Alexander Narobe, Rudi Wohland Thomas Lehner, Mario Sischka, Günther Teubi, Martin Schoosleitner, Armin Kathan, Alfred Staffl und Paul Ortner wurden neun Spieler im Dezember in das Nationalteamtrainingslager nach Wien einberufen.
1987
Im August ging es dann mit den Lions nach Berlin, ein Freundschaftsspiel gegen die Berlin Adler stand bevor. Die Salzburg Lions waren mit sechs Spielern der Vienna Vikings verstärkt, hatten aber gegen den deutschen Meister keine Chance und verloren 0–66.
Die Salzburger Alexander Narobe, Thomas Lehner, Martin Schoosleitner und Paul Ortner spielten mit dem österreichischen Nationalteam in Graz gegen Finnland. Der Favorit aus dem Norden hatte es mit Österreich nicht leicht und siegte nur sehr knapp am 3. Oktober mit 17–14.
Mit dem Länderkampf Österreichs gegen das australische Team im Salzburger Stadion Lehen ging die Saison zu Ende. Österreich siegte vor über 3000 Zusehern 20–6, und der Salzburger Paul Ortner machte zwei Touchdowns.
1988
Erstmals spielten zwei Teams aus dem Bundesland Salzburg in der Football-Bundesliga. Zu den Salzburg Lions gesellten sich neu die Hallein Diggers, ihres Zeichens Aufsteiger in die höchste österreichische Spielklasse. Für Brisanz sorgte die Tatsache, daß mit Peter Marazeck und Spielertrainer Alexander Narobe zwei Lions-Spieler zu den Diggers wechselten.
Auch die Diggers gründeten 1988 sehr rasch ein Nachwuchsteam, welches ebenso erfolgreich die ersten beiden Spiele bestreiten konnte. Einem 31–6 über die Salzburger American Prepatory School folgte ein 25–0 über die Jugend der Vienna Vikings.






