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History: 1986–1990

1986

Der Coaching Staff – ebenfalls ein österreichweites Novum der Lions – mit Raymond Child, Gerry Vivero, Jeff Bossard, Doug Palmer und Kevin Kaufmann (der bereits im Herbst geholt wurde) arbeitete intensiv am Anschluss der Lions zu den Teams in Westösterreich. Mit Andre Kiwi wurde ein neuseeländischer Rugby Nationalspieler verpflichtet, der die Lions Verteidigung sicherer machen sollte. Des weiteren war mit Chris Shepard wieder ein US Quarterback in der Angriffsformation der Lions vertreten. Ein erster Leistungstest wurde unter winterlichen Bedingungen in Bozen ausgetragen, die Bozen Jets (Dritter der italienischen Liga, die damals schon im Halbprofitum geführt wurde) gewannen mit 80–6.

Der Nachwuchs der Lions wurde zu einer Turnierserie angemeldet, wo als Gegner ausschließlich Kampfmannschaften antraten. Am 16. März fuhren die Lions Juniors nach Wien zu den Vienna Huskies, sahen beim Aufwärmen natürlich bei weitem größere und kräftigere Spieler, und wurden milde belächelt. Doch unter Head Coach Alexander Narobe konnte die bei weitem bessere Technik und Schnelligkeit ausgespielt werden, und die Huskies wurden im eigenen Stadion 15–8 besiegt.

Als die die Lions Juniors zum zweiten Spiel gegen die Klosterneuburg Mercenaries antraten, wurden sie vom Gegner bereits respektiert, dies allein war noch zu wenig: die Lions Juniors siegten auch hier mit 22–6. Im Finale, benannt als ASKÖ-Cup, wurden die Lions Nachwuchsspieler bereits gefürchtet, und dies zu Recht: in einem denkwürdigem Spiel besiegten die Lions Juniors (und somit zum dritten Mal hintereinander eine Kampfmannschaft) die Vienna Ramblocks 12–8 und gingen damit mit ihrem Trainer Alexander Narobe in die Geschichte des österreichischen Footballsports ein. Die Ankündigungsplakate und der ASKÖ-Pokal sind in unserer Geschäftsstelle zu besichtigen.



Für die Kampfmannschaft war es leider nicht so erfolgreich, auch Pech verfolgte die Lions. "Was hat Lybiens Revolutionsführer Gadafi mit den Lions zu tun?" Auf den ersten Blick natürlich nichts, aber auf den zweiten Blick schon sehr viel. Die politisch-kriegerische Kontroverse mit den USA bewirkte, dass alle in Europa stationierten US-Soldaten Ausgangsverbot hatten, und somit konnten die amerikanischen Spieler in den Reihen der Lions nicht für Salzburg spielen. Es wurde im ersten Spiel nach der Winterpause zwar noch ein hoher 62–0 Sieg gegen die Hallein Diggers geholt, doch die Lions verloren schon im zweiten Spiel in Linz gegen die Rhinos mit 6–22.

Eine zweite Schlagzeile 1986 war der Supergau in Tschernobyl. Auch hier wäre im Grunde keine Verbindung zum Salzburger Football zu finden, doch das Heimspiel im Mai an der Europastraße gegen die Innsbruck Eagles wurde deswegen nur unter Protest angepfiffen. Grund dafür war, dass das Gras so hoch war, dass man den Ball fast nicht mehr sah, da man nach dem Super-GAU vorerst nicht mähen durfte. Letztendlich siegten die Lions hier mit 28–19.



Auch im Frühling war mit nur zwei Siegen die Ausbeute der Lions leider zu wenig, und somit konnte das Playoff nicht erreicht werden. Im österreichischen Finale, ausgetragen im ASV-Stadion Salzburg Itzling, waren die Lions somit nur Zuseher, als die Graz Giants gegen die Vienna Vikings mit 31–12 siegten.



Die Salzburg Lions waren dafür als erster österreichischer Meister bereits zuvor für die Europameisterschaft qualifiziert, die im August in Amsterdam ausgespielt wurde. Hier waren alle amerikanischen Spieler wieder verfügbar, und mit einem 40 Mann starken Kader und vier Trainern ging es mit dem Zug nach Amsterdam. Teilnehmer waren die Ansbach Grizzlies (D), Birmingham Bulls (GB), Bologna Doves (I), Paris Jets (F), Taft Helsinki (SF), Lugano Seagulls (CH) und neben den Lions der Heimverein Amsterdam Rams. Gegen die Rams waren die Lions leider aber chancenlos und verloren mit 0–42.



Das darauf folgende Freundschaftsspiel am 30. August beim Staatsmeister Graz Giants, wo die Lions überraschend mit 17–13 gewannen, ließ wieder gute Vorzeichen für die nun beginnende Herbstrunde der nächsten Meisterschaft erahnen. Sechs Teams (Meister Graz Giants, Feldkirch Hawks, Linz Rhinos, Innsbruck Eagles, Vienna Ramblocks und die Lions) starteten in die neue Herbstmeisterschaft 1986, die mit einer Rückrunde 1987 beendet wurde. Der Vizemeister Vienna Vikings ging freiwillig in die zweite Liga, um sich zu reorganisieren. Die Lions waren im Herbst durchaus erfolgreich und beendeten hinter den Rambocks (die auch die Grazer schlugen) und den Giants als Dritter mit drei Siegen und zwei Niederlagen die Herbstsaison.



Peter Marazeck wurde im Herbst als Schriftführer in den Vorstand der Lions geholt. Mit Alexander Narobe, Rudi Wohland Thomas Lehner, Mario Sischka, Günther Teubi, Martin Schoosleitner, Armin Kathan, Alfred Staffl und Paul Ortner wurden neun Spieler im Dezember in das Nationalteamtrainingslager nach Wien einberufen.

1987

Die Frühlingsmeisterschaft begann mit einem 20–0-Heimsieg gegen die Linz Rhinos. Auswärts mussten die Lions in Graz antreten. Die Giants konnten erstmals in Österreich einen NFL-Star für zwei Spiele verpflichten: Doug Wilkerson spielte in 16 Jahren rund 200 Spiele bei den San Diego Chargers. Die Lions konnten trotzdem sehr gut mithalten und verloren trotz Fieldgoal-Halbzeitführung nur knapp mit 3–6.



Der Grunddurchgang wurde mit dem dritten Platz beendet, und so kam es zum Playoff in Wien. Hier wurden die Ramblocks im eigenen Stadion mit 16–13 besiegt, und erneut fuhren die Lions nach Wien, um im Finale gegen die Giants anzutreten, welche die Rhinos mit 33–7 eliminiert hatten. Hier waren die Giants diesmal eine Nummer zu groß. Die Salzburg Lions unterlagen mit 0–20 und wurden österreichischer Vizestaatsmeister.



Die Jugendmannschaft der Lions wurde, nachdem sie in Österreich nach wie vor keine gleichaltrigen Gegner hatte, in die bayerische Liga eingeladen. Als ersten Leistungstest sowohl für die Lions als auch für den bayerischen Verband wurde der bayerische Jugendvizemeister nach Hallein/Rif geholt. Als die Young Lions aber diesen zuvor unbekannten Gegner überraschend 40–12 wieder nach Hause schickten, wurden sie postwendend wieder aus der bayerischen Jugendliga eliminiert. Die Begründung: die Bayern wollten sich durch die Young Lions  nicht "zertrümmern" lassen.

Sieben Salzburger (Alexander Narobe, Rudi Wohland, Thomas Lehner, Armin Kathan, Andreas Russ, Günter Teubi und Paul Ortner) wurden in das Nationalteamtrainingslager nach Graz eingeladen.



Parallel zur Lions Jugend trainierte Alexander Narobe auch die Hallein Diggers, die sich 1984 gründeten, aber in diesem Zeitraum bis Sommer 1987 kein Spiel (mit Ausnahme gegen die Lions Jugend) gewannen. Nach dem Staatsmeisterfinale spielten die Hallein Diggers mit Unterstützung durch die Lions-Spieler Alexander Narobe und Peter Marazeck im Juli ein Turnier gegen deutsche Teams. Die Fürstenfeld Razorbacks konnten 14–2 besiegt werden, im Finale gewannen die Hallein Diggers gegen die Deggendorf Black Hawks 12–0 und holten den Donaupokal (zu besichtigen im Bulls-Büro).



Im August ging es dann mit den Lions nach Berlin, ein Freundschaftsspiel gegen die Berlin Adler stand bevor. Die Salzburg Lions waren mit sechs Spielern der Vienna Vikings verstärkt, hatten aber gegen den deutschen Meister keine Chance und verloren 0–66.



Die Salzburger Alexander Narobe, Thomas Lehner, Martin Schoosleitner und Paul Ortner spielten mit dem österreichischen Nationalteam in Graz gegen Finnland. Der Favorit aus dem Norden hatte es mit Österreich nicht leicht und siegte nur sehr knapp am 3. Oktober mit 17–14.



Mit dem Länderkampf Österreichs gegen das australische Team im Salzburger Stadion Lehen ging die Saison zu Ende. Österreich siegte vor über 3000 Zusehern 20–6, und der Salzburger Paul Ortner machte zwei Touchdowns.

1988



Erstmals spielten zwei Teams aus dem Bundesland Salzburg in der Football-Bundesliga. Zu den Salzburg Lions gesellten sich neu die Hallein Diggers, ihres Zeichens Aufsteiger in die höchste österreichische Spielklasse. Für Brisanz sorgte die Tatsache, daß mit Peter Marazeck und Spielertrainer Alexander Narobe zwei Lions-Spieler zu den Diggers wechselten.

Das entscheidende Derby am 28. Mai im Salzburger Volksgarten konnten dann auch die verstärkten Diggers gegen die Salzburg Lions mit 22–12 für sich entscheiden. Durch dieses Ergebnis wurden die Lions auf den dritten Platz der Westgruppe verwiesen und aus den Playoffs geworfen. Die zweitplazierten Hallein Diggers durften daraufhin in Graz antreten, hatten gegen die Giants im Semifinale mit 14–54 aber keine Chance. Trotzdem konnte man in Hallein mit einem dritten Platz im ersten Jahr der Erstligazugehörigkeit aber hochzufrieden sein.



Auch die Diggers gründeten 1988 sehr rasch ein Nachwuchsteam, welches ebenso erfolgreich die ersten beiden Spiele bestreiten konnte. Einem 31–6 über die Salzburger American Prepatory School folgte ein 25–0 über die Jugend der Vienna Vikings.



Die Salzburg Lions konnten währenddessen einen Trainingsgegner der Extraklasse locken. Am 30. Juli traten sie gegen die American Crusaders an, eine halbprofimäßiges US-Allstar-Auswahl. Die Lions unterlagen dabei in Anif mit 0–61, konnten aber für die darauffolgende Saison 1989 zwei hochkarätige Profispieler gewinnen, und waren damit wieder Favorit der folgenden Meisterschaft.

1989

Bereits im Jänner trafen die neu verpflichteten Spieler aus den USA zum Training ein.  Das gute und qualifizierte Aufbautraining sowie noch nie dagewesener Kampfgeist sorgten dafür, dass die Lions den österreichischen Meistertitel wieder nach Salzburg holen konnten.  Die Diggers beendeten die Saison auf dem 5. Rang.

1990

Die Lions erreichten in der Meisterschaft den dritten Platz.  In der Endrunde um die Eurobowl mussten sie sich den hoch favorisierten Berlin Adlern im Salzburger Stadion Lehen vor rund 6000 Zusehern nur knapp geschlagen geben. Zuvor hatten die Lions aber noch den belgischen Meister in Brüssel mit 31:6 besiegt.  Begründet durch die zu enge lokale Situation fand im Herbst schließlich der Zusammenschluss der Lions und Diggers statt.  Unter dem neuen Namen SALZBURG BULLS wurde die Idee geboren, in den folgenden Jahren wieder um den nationalen Meistertitel mitspielen zu können.

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Tabelle

Team W L Pts
Dragons 5 1 +94
Vikings 4 2 +61
Giants 4 2 +77
Raiders 4 2 +101
Panthers 3 3 +70
Invaders 2 4 −131
Black Lions 2 4 −95
Bulls 0 6 −177

Spielplan

Datum Gegner Erg
Regular Season
27.03. @ Dragons 13–49
10.04. Vikings 0–50
24.04. Panthers 22–66
08.05. @ Black Lions 32–33
22.05. Raiders 13–54
12.06. @ Invaders 34–39

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